Wo jeder Tropfen zählt: 33 Tage, 33 Ultramarathons durch die Sahara

Der Wind kommt von vorne. Sand in den Augen, Sand im Mund, Sand in jeder Falte des Tuchs, das Tanja sich ums Gesicht gewickelt hat. Um sie herum nichts als Weite. Kein Schatten, kein Dorf, keine Straße. Nur der nächste Schritt. Und der danach.
So sieht ein Arbeitstag von Tanja Braun aus. Und ab dem 26. Oktober wird sie ihn 33 Mal hintereinander erleben.
33 Tage. 33 Ultramarathons. Kein einziger Ruhetag.

Tanja ist Wüstenläuferin aus Heidelberg, und sie hat sich etwas vorgenommen, das man erst einmal sacken lassen muss: Vom 26. Oktober bis zum 27. November 2026 will sie in der marokkanischen Sahara 33 Ultramarathons an 33 aufeinanderfolgenden Tagen laufen. Jeden Tag mindestens 43 Kilometer. Durch Sand, Hitze und Wind. Ohne Pause.
Es ist ein Weltrekordversuch. Aber eigentlich ist es etwas viel Größeres: 33 Mal morgens aufstehen, obwohl der Körper vom Vortag noch schmerzt. 33 Mal loslaufen, ohne zu wissen, was die Wüste heute bereithält. 33 Mal ankommen und wissen, dass morgen alles von vorne beginnt. Nicht der eine große Lauf entscheidet hier. Sondern die Entscheidung, jeden einzelnen Tag weiterzumachen.
Wie unberechenbar die Wüste sein kann, weiß Tanja genau. Bei ihrem Sahara-Lauf im vergangenen Jahr hatte sie sich 1.000 Kilometer vorgenommen. Dann kam der Sandsturm. Am Ende wurden es 850 Kilometer, und Tanja kam trotzdem zufrieden nach Hause. Weil die Wüste den Rahmen vorgibt, nicht der Plan.
Erg Chegaga: Ein Ort, der zu Tanja gehört

Schauplatz des Rekords ist Erg Chegaga, ein Meer aus Dünen im Süden Marokkos. Für Tanja ist es kein fremder Ort. Seit vielen Jahren kehrt sie hierher zurück, sie kennt das Camp, die Landschaft und die Menschen, die hier leben und arbeiten.
Jeden Morgen startet sie am selben Basislager, jeden Abend kommt sie dorthin zurück. Wasser, Nahrung, Ausrüstung: alles organisiert sie selbst. Navigiert wird mit Karte, Erfahrung und dem Gespür für eine Landschaft, die sich mit jedem Windstoß verändert. Jeder Kilometer wird per GPS aufgezeichnet, jeder Tag mit Fotos, Videos und einem Logbuch dokumentiert. Wer will, kann Tanja vom ersten bis zum letzten Schritt begleiten.
Warum es eigentlich um Wasser geht

Wer Tanja zuhört, merkt schnell: Die Kilometer sind nicht der Punkt. Ihr geht es nicht um „Höher! Schneller! Weiter!“, sondern um die Begegnung mit der rauen Natur und darum, was sie mit einem Menschen macht.
Und die Wüste lehrt vor allem eines: wie kostbar Wasser ist. Hier ist es nicht selbstverständlich, dass es aus dem Hahn kommt. Hier wird jeder Liter getragen, eingeteilt, gehütet. Und hier zeigen sich die Folgen des menschengemachten Klimawandels nicht in Prognosen, sondern im Alltag der Menschen. Genau darauf will Tanja mit ihrem Rekord aufmerksam machen.
Deshalb ist der Weltrekord Teil ihres Lebensprojekts, des Global Desert Race: zehn Wüsten in zehn Ländern, 10.000 Kilometer. Und deshalb unterstützt sie in Erg Chegaga gemeinsam mit dem Camp den Bau eines Brunnens, der die Wasserversorgung verbessert und auch Tieren und benachbarten Camps zugutekommt. Denn ein Rekord endet irgendwann. Was bleiben soll, ist das, was danach entsteht.
Tanja nennt sich selbst ein One-Woman-Projekt. Ihr Bild dafür stammt direkt aus der Wüste: Ein einzelnes Sandkorn ist fast unsichtbar. Erst viele zusammen formen Dünen, die ganze Landschaften prägen.
Wie sich das anfühlt, zeigt Tanjas Dokumentarfilm besser, als wir es je beschreiben könnten:
Zähneputzen ohne einen einzigen Tropfen
Und hier treffen sich unsere Wege. Natch putzt man mit trockener Zahnbürste, ganz ohne Wasser. Tab zerkauen, putzen, fertig. Kein Anfeuchten, kein Ausspülen, keine Tube.
Zu Hause ist das einfach praktisch. In der Wüste ist es etwas ganz anderes. Da wird aus einer kleinen Gewohnheit eine Frage von Respekt gegenüber der kostbarsten Ressource, die es gibt. Jeder Schluck, den Tanja nicht zum Zähneputzen braucht, bleibt zum Trinken. Und wenn man 33 Tage lang alles selbst trägt, zählt auch jedes Gramm, das nicht im Rucksack landet.
Dass unsere Tabs nun auch ein fester Teil von Tanjas Wüstengepäck sind, ist für uns die schönste Bestätigung, die wir uns vorstellen können. Wir haben Natch für den Alltag entwickelt. Dass es auch dort funktioniert, wo alles andere knapp wird, macht uns ziemlich stolz.
Lauf los, Tanja. Wir sind dabei.

Als offizieller Partner ihres Weltrekords begleiten wir Tanja durch diese 33 Tage, jeden Morgen und jeden Abend, in einer Wüste ohne Waschbecken. Ihr könnt ihren Weg ab dem 26. Oktober live verfolgen, über ihre Website und ihren Instagram-Kanal. Und wir halten euch hier auf dem Laufenden.
33 Tage. Tausende Kilometer Sand. Ein Ziel, das größer ist als jeder Rekord.
Liebe Tanja, wir drücken dir jeden einzelnen Tag die Daumen. Um deine Zähne musst du dir keine Sorgen machen.
Euer Norbert und Heber